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Musik:

CD-Übersicht:

1989 Das Kurt Weill Programm - Info 1992 Berlin-Paris-New York - Info  1994 Gebete der Nacht - Info  1999 Anirahtak&Jürgen Sturm - DUO- Info 2010 Lorelei-D-Pack_vorn.jpg (93314 Byte) 2013 neu:

Unveröffentlicht:

2001 Partykiller 18.9.04 Koeln, Anirahtak, Christoph Titz, Uli Jend, Jürgen Sturm, Hans Günter Eisele, Werner Lauscher 2004 Mutmassungen - über die Beschaffenheit einer frischen Spur; Anirahtak, Paul Lovens, Jürgen Sturm, Ludger Schmidt 2007 Anirahtak Trio mit Christian Ramond und Ludger Singer 2005 - 2012 13.11.2015 "Aus den sieben Tagen"




... außerdem bei Youtube:

Kommt ein Vogel
Der Mond
Die Gedanken sind frei
I Paximadokleftra
... außerdem Song-Texte von Anirahtak (im PDF-Format):
I Paximadokleftra (M.: Trad. + Jürgen Sturm)
Tango im Knopfloch (M.: Ludger Singer)
Tears (M.: Django Reinhardt)
Unwucht (M.: Heribert Leuchter)
 
 

"Art'n Schutz Orchester" 2015

(LUXaries CD LUX MM20) Studioproduktion vom 6. + 7. Juni 2015

Nach 10 Jahren des Sammelns und der Repertoirepflege hat das prominent besetzte Aachener Großensemble Art´n Schutz Orchester gerade seine erste CD mit Originalkompositionen veröffentlicht.

Anirahtak - Stimme, Uli Jend - Saxophone, Heribert Leuchter - Saxophone, Christoph Titz - Trompete, Flügelhorn, Ludger Schmidt - Cello, Jürgen Sturm - Gitarre, Ludger Singer - Klavier, Posaune, Lothar Galle-M. - Bass, Hans Günter Eisele - Schlagzeug

01 Alles Das (M: Ludger Singer T: Anirahtak) 03:36
02 Con Leggerezza (M: Heribert Leuchter) 06:20
03 Cricetus Cricetus (M: Jürgen L. Sturm) 05:53
04 Freitag der 13T (M: Jürgen L. Sturm) 06:19
05 I Paximadokleftra (M: Jürgen L. Sturm T: Anirahtak 07:18
06 Bird In Cage (M: Heribert Leuchter) 05:32
07 Moin Heamann (M: Ludger Singer) 06:04
08 Talking Blues (M+T: Heribert Leuchter) 06:57
09 Tango im Knopfloch (M: Ludger Singer T: Anirahtak) 05:11
10 Taedium Vitae (M: Heribert Leuchter T: Oscar Wilde) 04:43
11 Thanassis Blue (M: Jürgen L. Sturm) 05:59
12 Warten (M: Jürgen L. Sturm T: Dirk Schulte) 07:1

Berthold Franke, Prag September 2015

Art’n Schutz - handelt es sich um bedrohte Großsäuger? Orchestraler Jazz im offenen Feld zwischen freier Improvisation und fein ausgeschriebenem Stück-Werk war nie in Gefahr übergroßen evolutionären Erfolgs, musikalische Kaninchenplagen sind aus anderem Stoff. Hier kommt ein neungliedriges Lebewesen, zart und robust zugleich, sperrig und schillernd in einem. Kunst ganz ohne Gehege.

Dabei ist diese Musik nie zurückhaltend, reduziert, moderat, sie ist nicht einmal gelassen. Vielmehr ist sie expressiv, konzentriert, temperiert. Fast möchte man sagen "wohltemperiert", hier im Sinne hoch bewusster, balancierter Wahl der Mittel.

Die meisten Parameter - Dynamik, Tempo, Improvisations- und Kompositionsanteile, Klangkörper – stehen in Mittellage. Das gibt es nicht ohne Wagnis, etwa bei jener schwierigen Kunst der Kollektivimprovisation, die hier sehr aufmerksam und ohne Kraftmeierei geübt wird. Eben "wohl temperiert".

Und in einer Disziplin ist diese Musik wahrhaft opulent: im Klang. Differenz und Wohlklang prägen diese Aufnahmen, delikate Mischungen und Kontraste, die im Kopf bleiben noch lange nach dem Ausklang. Musik mit Ohrputzer-Qualitäten.

Gute Hardware wird empfohlen. Denn ein medialer Großsäuger ist tatsächlich vom Aussterben bedroht, die HiFi-Technik mit ihrer Einladung zu kontemplativem Privatgenuss. Daher: um Gottes Willen nicht (bzw. nur im äußersten Notfall) diese kostbare Musik in komprimierten Datenformaten hören, oder gar aus insuffizienten In-Ear-Kopfhörern, sondern vorzugsweise über feines Audio-Equipment in ordentlicher Lautstärke.

Achtung: bei jedem Versuch der Konvertierung ins mp3-Format zerstört sich diese CD selbsttätig.

 

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"Der langsamste und leiseste Jazzabend des Jahres" 2013

(LUXaries CD LUX MM15) Live-Mirschnitt aus dem Theater K, Karfreitag 2013

Anirahtak - Stimme/ Gitarre, Jürgen Sturm - Gitarre/ Banjo, Uli Jend - Saxophon, Lothar Galle-M. - Bass, Hans Günter Eisele - Schlagzeug, Glockenspiel

CD 1  
1. Youkali (Kurt Weill/ Roger Fernay) 8:46
2. Café le Chat Noir (Jürgen Sturm/ Dirk Schulte) 5:05
3. Somewhere Over The Rainbow (Harold Arlen/ E.Y. Harburg) 7:50
4. Tears (Django Reinhardt/ Stéphane Grappelli/ Anirahtak) 6:27
5. Speak Low (Kurt Weill/ Ogden Nash) 6:39
6. Bella Ciao (Traditional 1906) 5:02
7. Caravan (Juan Tizol/ Duke Ellington/ Irving Mills) 8:22
   
CD 2  
1. Charade (Henry Mancini/ Johnny Mercer) 6:18
2. Everything Happens To Me (Matt Dennis/ Tom Adair) 9:11
3. You Don’t Know What Love is (Gene de Paul/ Don Raye) 3:46
4. Obsesión (Pedro Flores) 7:58
5. Georgia On My Mind (Hoagy Carmichael) 10:47
6. Shipwrecked Sailor (Mike & Kate Westbrook/Michael Kustow) 10:23
7. God Bless The Child (Billie Holiday/ Arthur Herzog Jr.) 11:38

 

Der erste dieser Abende fand Karfreitag 1993 statt. Dies war im „Café Opera“, Heinrichsallee, dem damaligen Lokal von Jupp Bayer, dem seit Ende der 60er Jahre in Aachen ebenso prägenden wie sonderwilligen Kneipier und Musikveranstalter. „Anirahtak & Jürgen Sturm – Duo“ spielten dem Feiertag angemessen: leise und langsam. Die Aufmerksamkeit eines kleinen handverlesenen Publikums war gewiss, denn es war Jupp Bayers auffällige Eigenschaft, seine Veranstaltungen geheim zu halten.

 

Die selbst auferlegte spielerische Beschränkung jedoch, die Lösung der sich hieraus ergebenden musikalischen Probleme, die Reaktion der Zuhörer, kurz: die in jeder Hinsicht einzigartige Konzertsituation verlangte nach Wiederholung.

 

Am Karfreitag 1994 stand dem „Anirahtak & Jürgen Sturm – Duo“ der Kontrabassist Werner Lauscher bei, Heribert Leuchter stieg für ein paar Stückchen auf dem Baritonsaxofon ein. Die vergrößerte Besetzung ermöglichte einen leichteren und bunteren Umgang mit den gestalterischen Einschränkungen und wäre vermutlich jährlich ein wenig gewachsen, wenn nicht im Folgejahr Aachen um eine wichtige Jazzbühne ärmer gewesen wäre. Im „Café Opera“ war der letzte Ton verklungen.

 

1999: Mittlerweile hatte sich das „Theater K“ in der Bastei, Aachens legendärem Striplokal etabliert. Die Theatermacher luden uns ein, die Karfreitagstradition im „Foyer Rouge“, der plüschigen Parterre-Bühne des Theaters fortzusetzen. Dieser Aufforderung kamen wir nur zu gerne nach, zunächst noch in Trio-Formation (mit Lothar Galle-M.), doch dann bald lieber in Quintettbesetzung: Anirahtak (Stimme), Uli Jend (Sopransaxophon), Jürgen Sturm (Gitarre), Lothar Galle-M. (Bassgitarre), Hans Günter Eisele (Schlagzeug). Eine Band war gegründet, die bis heute keinen Karfreitag ausgelassen hat, sieht man davon ab, dass wir aus Krankheitsgründen 2002 großzügig den Karfreitag in den Mai verlegten. Diese Band bildete 2003 die Basis zur Gründung des „Art’n Schutz Orchester“, in ihr sind das „Anirahtak & Jürgen Sturm – Duo“, das „Sturm Trio“ sowie das Trio „Jend – Eisele – Sturm“ enthalten. Unter dem Namen „Partykiller“ ist sie im Stande, jede private Feier mit guter Laune zu überfluten.

 

Geheimhaltung ist nicht die Sache der Theater K-Leute und so war gleich das erste Konzert ausverkauft, eine Tendenz, die sich bis heute fortsetzte und uns, so es die Kulisse des jeweiligen Schauspielprogramms erlaubte, in den räumlich großzügigeren ersten Stock umziehen ließ. Im Laufe der Jahre versuchten wir das Programm trotz allem Leisen und Langsamen bunt zu halten. Unter die klassischen Jazzballaden, von denen in all den Jahren die bekanntesten wohl irgendwann zur Aufführung kamen, begannen wir Artfremdes und Unbekanntes zu mischen. Hierzu dienten eigene Kompositionen wie auf dieser Veröffentlichung „Café le Chat Noir“ oder solche von Freunden: „Shipwrecked Sailor“, Folklore: „Bella Ciao“ und „Obsesión“, Filmmusiken: „Charade“ oder Jazzstücke, denen wir einen deftigen Tranquilizer einpfiffen, so wie am Ende von Set 1 Juan Tizols „Caravan“. Immer wieder selbstverständlich Musik von Kurt Weill, wie hier „Youkali“ und „Speak Low“, denn mit Weill begann 1988 meine musikalische Zusammenarbeit mit Anirahtak und Lothar Galle-M. Hier und da erweiterten wir das Instrumentarium, Anirahtak spielt gelegentlich Gitarre („Everything Happens To Me“, „Charade“ …), Eisele hat das Glockenspiel liebgewonnen und ein Stückchen Banjo gönne ich mir gegen den Widerstand der Kollegen („Charade“). Überhaupt nutzten wir die Möglichkeiten der Veränderung, etwa durch Schweigen (Jend, Eisele, Sturm) bei Anirahtaks und Galles Duo („You Don’t Know What Love Is“), durch Worte (Anirahtaks Text zu „Tears“) oder durch Inanspruchnahme des Zufalls, denn ausgiebige Vorbereitung war nie Prinzip des Abends.

 

Voller Laden ist natürlich auch immer Anlass, dem interessierten Publikum Scheiben anzubieten, auf denen Musik von Teilen dieser Band veröffentlicht ist. So mehrten sich Fragen nach einer CD, die genau die Musik enthält, die doch so plakativ Gegenstand des Abends ist. Nach so vielen Jahren wurden die Argumente, warum es eine solche CD nicht gibt, nicht origineller: Kosten – Nutzen – Vertriebssituation – Absatzchancen – nicht unsere Kompositionen – Produktionsaufwand steht in keinem Verhältnis zur Aufführungsfrequenz – die meisten der Stücke seien von den gaaanz Großen der Jazzgeschichte doch mehr als zufriedenstellend aufgenommen – und auch nicht so ganz unser Metier und unsere Zeit – wer kauft heute überhaupt noch CDs?

 

Nun ja, durch soviel Treue des Publikums animiert, überfiel uns Anirahtak am Gründonnerstag 2013 mit der Mitteilung, dass dieses Mal mitgeschnitten wird. Wenn eine Handvoll guter Stücke dabei sei, könnten wir doch eine CD in kleiner Stückzahl unter die Leute bringen. Die Aufnahme gelang, hier und da mit den Einschränkungen einer Live Produktion, die dem HiFi-Freund möglicherweise auffallen werden. Das Ganze hat Manfred Leuchter im Studio Musentempel fein gemischt und zu Klang gebracht.

 

Nun ist sie da, oder besser, sie sind da. Set 1 und Set 2 auf jeweils einer CD, im Doppelpack. Wir fühlten uns nicht in der Lage, eine Auswahl zu treffen oder gar die Reihenfolge der Stücke zu ändern. Keine Produktion also, nein eine Dokumentation des 16. Karfreitagskonzertes.

 

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Lorelei-D-Pack_vorn.jpg (93314 Byte) "Lorelei" 2010  erhältlich unter Logo

Anirahtak - Stimme, Ulrich Lask - Saxophon, Produktion, Jürgen Sturm - Gitarre

1. Jungbrunnen 4:15
2. Die Gedanken sind frei 6:19
3. Kommt ein Vogel 5:11
4. Kein schöner Zeit 10:22
5. Lorelei 4:58
6. Der Mond 11:33
7. Guten Abend 5:27

>> siehe auch + >>Rezensionen

 

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CD: "Anirahtak & Jürgen Sturm - DUO"    "Anirahtak & Jürgen Sturm - Duo" 1999

(LUXaries CD 24000/2) Anirahtak - Stimme, Jürgen Sturm - Gitarre

(Zusammenstellung aus Live-Mitschnitten aus Anlass des 10 jährigen gemeinsamen Bühnenjubiläums)

1.

Goodbye Pork Pie Hat (Mitchel/Mingus) 6.23

2.

Ellington's Sound Of Love (Mingus) 2.20

3.

Lush Life (Strayhorn) 3.39

4.

Caravan (Tizol) 6.32

5.

Round Midnight (Monk) 8.52

6.

Misterioso (Monk) 8.52

7.

Kwela P'Kwana (Mengelberg) 6.45

8.

Der Adler (Dessau) 1.32

9.

Speak Low (Nash/Weill) 5.08

10.

Über den Selbstmord (Eisler) 6.08

11.

God Bless The Child (Holiday/Herzog) 6.38

12.

Shipwrecked Sailor (Westbrook/Kustow) 7.18

13.

A Night In Tunisia (Gillespie) 6.18

Die meisten der auf dieser CD versammelten Songs wurden vor fünfzig Jahren, manche gar vor über sechzig Jahren geschrieben. Die Liste unübertrefflicher Interpretationen begnadeter Jazzmusiker ist so lang wie sie erdrückend sein könnte. Wer sich heute noch da heranwagt, muss schon Courage und noch "...was zum Sagen haben...", um die berühmte Patin der ausgewiesenen Weill-Interpretin Anirahtak zu zitieren. Sie und Jürgen Sturm haben beides. Den Mut, ein Event-verwöhntes Publikum in den Ruheraum von nur zweien, Ton um Ton Aufmerksamkeit erzwingender Instrumente, Stimme und Gitarre, zu entführen, und sie haben die intellektuelle Distanz, den 'unzeitgemäßen' Texten zeitgenössische Aussagen abzuringen.

Anirahtak ist noch nie in die Falle der romantisch ergreifenden Wörtlichkeit gegangen. Doch mit den hier vorgelegten Versionen weitgehend bekannter Standards scheint sie auch auf der - auch stimmlichen - Höhe ihrer Meisterschaft, mit den oberflächlichen und den subkutanen Bedeutungen von Texten zu jonglieren und alle Ernsthaftigkeit in die Dialektik von Beidem zu legen. Ihre absolut konzentrierte Phrasierungskunst gibt es an den Zuhörer zurück, sich für den richtigen Moment der Interpretation zu entscheiden.

Jürgen Sturms unbestechliche Arrangements und seine raffiniert unprätentiöse Begleitung legen das sichere Fundament, auf dem sich diese ewig menschlichen Geschichten noch einmal erzählen lassen, und bei aller Kopfarbeit: das geht nur mit einer scheinbar unzeitgemäßen Liebe zu dieser Tradition und dieser Musik. Dies ist keine Millenium-Scheibe, eher ein kluges Herzstück einer Epoche, die man einmal vermissen wird.

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CD: "Gebete der Nacht"     "Gebete der Nacht" 1994 

(LUXaries CD 9403)   Anirahtak/ Lovens/ Schmidt/ Sturm 

Anirahtak - Stimme, Paul Lovens - Perkussion, Ludger Schmidt - Cello, Jürgen Sturm - Gitarre/Komposition, (Texte: Dirk Schulte)

Die "Gebete der Nacht" sind eine Komposition von Jürgen Sturm, für vier improvisierende Musiker zu Texten des Rocklyrikers Dirk Schulte. Bei der vorliegenden CD handelt es sich um einen Live-Mitschnitt vom September 1993 in Aachen, Ludwig Forum. Anlass der Uraufführung war ein Kompositionsauftrag des Festivals 'Geöffnete Ohren' 1992 in der Dreifaltigkeitskirche in Aachen. 

1.

Der Schatten (Schulte/Sturm) 8.12

2.

100 Engel (Schulte/Sturm) 9.15

3.

Jesus Christus Blues (Schulte/Sturm) 3.26

4.

Häwelmann Song (Schulte/Sturm) 4.02

5.

Gib mir zurück mein Dschungelherz (Schulte/Sturm) 9.31

6.

Stalker (Belgisch Braun) (Paul Lovens) 2.55

7.

Die Nacht (Schulte/Sturm) 6.48

8.

Die Idee vom Ende der Nacht (Schulte/Sturm) 9.12

Berthold Franke: "gebete der nacht ...die mauern sind gefallen. man hört, der kapitalismus  sei übriggeblieben. die kulturindustrie schluckt ideen und scheißt trends. mit dem untergang jeder mode atmen wir auf - vergeblich. was nachfolgt, ist lediglich noch dicker, kürzer und schneller der verwesung  anheimgegeben. künstler werden religiös; orientierung verheißen kult und metaphysik. 

und nun: gebete der nacht.

die nacht ist ein starkes motiv. seit jeher ist sie das reich des asozialen. man arbeitet nicht, ist allein, säuft. man sucht, man findet (...vielleicht), man träumt, liebt; manche beten.

kann man vierstimmig beten? das ist zu bezeifeln. die vier protagonisten geben das auch nicht vor. jeder mit seinem instrument behauptet terrain für sich. man ist im gesräch, doch jeder spricht zunächst den eigenen text. auch durchs medium der ungewohnten instrumentation: nicht zu exotisch (als ob man nie gehörte klänge inszenieren wollte), doch fremd im vertrauten und klanglich extrem weit auseinandergespannt. 

die texte haben keine sorte, meist lakonisch, mal prätentiös; spielmaterial, kein haltepunkt. das ganze ist eh unhaltbar. bei alledem hat die musik einen erstaunlich analytischen gehalt; die fragen die sie aufwirft, lässt sie zwar (wie selbstverständlich) unbeantwortet; antworten jedoch erteilt sie auf fragen, die niemand gestellt hat. 

genau so geht es uns mit den gebeten: erhört werden sie, wo wir es nicht erwarten; gott schweigt garantiert, wo seine gegenwart erfleht wird (ist jemals ein schülerlein vor der drohenden klassenarbeit gerettet worden?).

wer erhört diese gebete? niemand. sie sind und bleiben unerhört (manches an diesem werk wäre in heroischeren zeiten als den unseren der zensur zum opfer gefallen).

diese produktion ist kein produkt, sie ist nicht einmal ein zustand. sie probiert zustände aus, verlässt sie. ihr inhalt ist die nacht ohne aussicht auf dämmerung, ist das nicht erhörte gebet (also blasphemie?).

es betet, wer kann. das erlösende wort zum ende fehlt: amen"

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CD: "Berlin - Paris - New York"    "Berlin-Paris-New York" 1992

(Nabel CD 4655)       Anirahtak & Jürgen Sturm Band

Anirahtak - Stimme, Jürgen Sturm - Gitarre, Lothar Galle-M. - Bass, Ludger Singer - Keyboards, Manny Rahier - Schlagzeug 

Die logische Folge auf die erste Weill-Scheibe und das ausgiebige touren im In- und Ausland ist diese 1992 erschienene CD. Sie beschreibt mit ihrer Auswahl an Liedern den Exilanten Kurt Weill, der von Berlin aus nach Paris emigrierte bis er schließlich nach New York auswanderte. An seinen jeweiligen Stationen arbeitete Weill mit Textern in deren Muttersprache. Auch stilistisch haben die sich ändernden Kulturkreise ihre Spuren in Weill's Kompositionen hinterlassen. So spiegelt diese Produktion, quasi live eingespielt, nicht nur die Entwicklung des Exilanten Weill wieder, sondern auch die der Band. In drei Sprachen führt das Repertoire den Zuhörer vom Berlin der 20er, in eine kosmopolitische Welt der Jetztzeit, mit mehr improvisatorischem Anteil und noch mehr Jazz. 

1. Denn wovon lebt der Mensch (Brecht/ Weill) 6.05 

2. Matrosen Tango (Brecht/ Weill) 6.03

3. Alabama Song (Brecht/ Weill) 5.09

4. Youkali (R. H. F. Bertrand/ Weill) 9.37

5. Complainte de la Seine (Magre/ Weill) 8.38

6. Speak Low (Nash/ Weill) 9.21

7. September Song (Andersen/ Weill) 5.05

8. Wie lange noch? (Mehring/ Weill) 8.12

9. My Ship (Gershwin/ Weill) 2:14

Rezensionen >>

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CD: "Das Kurt Weill Programm"      "Das Kurt Weill Programm" 1989  

(Nabel LP/CD4638)    Anirahtak & Jürgen Sturm Band

Anirahtak - Stimme, Jürgen Sturm - Gitarre, Lothar Galle-M. - Bass, Ludger Singer - Keyboards, Manny Rahier - Schlagzeug 

Dieses 1989 erschienene Album beschäftigt sich mit der Musik von Kurt Weill, dem jüdisch/deutschen Komponisten, der 1933, nachdem er die weltberühmtgewordene "Dreigroschenoper" geschrieben hatte, Deutschland verlassen musste. Er hinterließ eine Vielzahl von Liedern mit sehr unterschiedlichem Bekanntheitsgrad. Anirahtak und die Jürgen Sturm Band nutzen hier vor allem auch dieses Material und verwandeln es, nachdem es entstaubt wurde, in frische geradezu rockig jazzige Lieder. Anirahtak selbst hat es sich zur Aufgabe gemacht den deutschen Texten, darunter viele von Brecht, den erhobenen Zeigefinger zu nehmen und stattdessen Witz und Emotion einzuhauchen. Was Duke Ellington für den amerikanischen Jazzmusiker sein mag ist hier Kurt Weill für diese europäischen Musiker. Kompositionen die Raum lassen für Improvisationen.

Rezensionen >>

1. Die Moritat von Mackie Messer (Brecht/Weill) 4.20 anhören
2. Die Seeräuber  Jenny (Brecht/Weill) 4.12 anhören
3. Die Zuhälterballade (Brecht/Weill) 4.20 anhören
4. Der Kanonensong (Brecht/Weill) 6.02 anhören
5. Und was bekam des Soldaten Weib (Brecht/Weill) 5.33 anhören
6. Das Lied von den braunen Inseln (Feuchtwanger/Weill) 6.35 anhören
7. Muschel von Margate (Petroleum Song) (Gasbarra/Weill) 3.51 anhören
8. Klops Lied (Weill) 1.11 anhören
9. Es regnet (Weill) 7.46 anhören

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"Partykiller - Musik für die Füße" Demo - 2001

Anirahtak - Stimme, Uli Jend - Altsaxophon, Jürgen Sturm - Gitarre, Lothar Galle-M. - Bass, Hans Günter Eisele - Schlagzeug

1. Tequila  4.30 

2. Stormy Weather  4.17

3. The Thrill Is Gone  4.20

4. Something New From Afrika  2.29

5. Route 66  3.14

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Mutmassungen - Anirahtak-Lovens-Schmidt-Sturm "Mutmaßungen - über die Beschaffenheit einer frischen Spur" Demo - 2004

Anirahtak - Stimme, Ludger Schmidt - Cello, Jürgen Sturm - Gitarre, Komp., Paul Lovens - Perkussion

Liederzyklus für vier improvisierende Musiker zu Texten von Dirk Schulte.

 

1. Aus der Ferne grüßen die Raben 4.19

2. Der Motor spuckt hastig 4.30

3. Ein Mann zersägt den Nachmittag 3.22

4. Sieh dem Regen ins Auge 4.10

5. Die Macht der Abwesenheiten 4.24

6. Warten 4.16

 

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 "Anirahtak Trio" Live Mitschnitte 2007

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"Art'n Schutz Orchester" Live Mitschnitte 2005-2012 (Klangbrücke und Space in Aachen)

Anirahtak - Stimme * Uli Jend - Saxophone  * Heribert Leuchter - Saxophone * Jürgen Sturm - Gitarre * Ludger Singer - Klavier * Lothar Galle-M. - Bass * Hans Günter Eisele - Schlagzeug * Ryan Carniaux - Trompete * Ludger Schmidt - Cello * Alex Janssen - Saxophone * Freshlyground >>>

1. You're My Hero 2011 - Auszug 1.14

M.: Heribert Leuchter

2. Tango im Knopfloch 2012 - Auszug 2.05

M.: Ludger Singer T.: Anirahtak

3. ConLeggerezza 2005 - Auszug 2.36

M.: Heribert Leuchter

4. I Paximadokleftra 2005 - Auszug 2.01

M.: Jürgen Sturm T.: Anirahtak

5. Die Macht des Wartens 2012 - Auszug 2.51

M.: Jürgen Sturm T.: Dirk Schulte
6. Madoda 2005 - Auszug 2.00 M.: Freshlyground & Ludger Singer

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"Aus den sieben Tagen" von Karlheinz Stockhausen Textkomposition für intuitive Musik (1968)

Live-Mitschnitt der (Ur)aufführung im Musikbunker Aachen am 13.11.2015

Anirahtak - Stimme * Manfred Leuchter - Akkordeon * Gabor Baksay - Ableton Computer *Tim Berresheim - Moog Synthesizer *Karsten Nordhausen - Gitarre *Andi Thissen - Bass *Stefan Schwartz - Schlagzeug

Auszug auf Soundcloud >>>

Download (Mitschnitt komplett: ca 170 MB) >>>

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